Ein Gewölbe unter dem Meer
Unter der Nachtfestung, tief unter dem Meer, lagen lange vergessene Gewölbe mit einem Zugang zum Nachtbrunnen. In einem dieser Räume hatte Skorpyron sein Revier gefunden: ein gewaltiger Skorpid mit kristallinem Panzer, umgeben von einer unruhigen Brut.
Die Macht des Nachtbrunnens hatte das Tier durchdrungen und zu etwas gemacht, das kaum noch wie ein gewöhnlicher Skorpid wirkte. Thalyssra fragte selbst, welcher Wahnsinnige eine solche Kreatur mit der Kraft des Brunnens infundiert habe. Ob Skorpyron gezielt erschaffen wurde oder ob jemand nur einen bereits vorhandenen Schrecken verstärkte, bleibt offen.
Kein gezähmter Wächter
Skorpyron brauchte keinen Befehl, um gefährlich zu sein. Seine Brut füllte den Raum, sein Panzer widerstand Angriffen, und jeder Eindringling wurde zum Feind. Damit wurde er zum Hindernis für den geheimen Zugang in die Nachtfestung, ohne dass man ihm einen politischen Plan oder einen Eid auf Elisande zuschreiben muss.
Gerade das machte die Begegnung so passend für den Beginn des Angriffs. Der Weg in den Palast begann nicht am Thron, sondern im Fundament: bei einem Wesen, das die Macht des Nachtbrunnens auf seine eigene, stumme Weise trug.
Der erste Bruch
Nach Skorpyron konnten die Angreifer tiefer in die unterirdischen Anlagen vordringen. Sein Fall entschied den Krieg um Suramar nicht, aber er entfernte das erste Hindernis auf einem Weg, den die Nachtgeborenen zehn Jahrtausende lang vor jedem Fremden verborgen hatten.
So bleibt Skorpyron weniger eine Figur mit eigener Biografie als ein Bild für die verborgene Seite Suramars. Die Stadt war nicht nur Hof, Politik und leuchtende Arkane Magie. Unter ihr lagen Räume, in denen die gleiche Macht Dinge wachsen ließ, die niemand mehr kontrollierte.