Der Weg nach Das Auge Azsharas
Am Auge Azsharas sammelten die Hassnattern ihre Streitmacht, nachdem sie die Bruchstücke des Gezeitensteins von Golganneth in Azsuna geraubt hatten. Zwischen Sturm, Brandung und versunkenen Ruinen verteidigten Naga, Meeresriesen und uralte Bestien den Weg. Als ihre Reihen brachen, verwandelten Azsharas Hofdamen das Titanenrelikt selbst in ein Instrument der Rache. In Serpentrix nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Hassnattern kannten das Meer besser als jeder Landbewohner, doch auch sie lagerten nicht in Serpentrix' Revier. Diese Vorsicht war die deutlichste Warnung. Eine Bestie, die selbst bewaffnete Naga aus ihren Untiefen fernhielt, musste weder Azshara dienen noch den Gezeitenstein verstehen, um jede Bewegung an der Küste tödlich zu machen.
Serpentrix war eine Hydra von gewaltigem Alter. Ihre Hälse konnten an verschiedenen Stellen aus dem Wasser brechen, während der eigentliche Leib verborgen blieb. Beute sah immer nur den Teil, der gerade zuschnappte. Das machte die ganze Oberfläche verdächtig und nahm dem Auge die Möglichkeit, Größe und Entfernung zuverlässig zu beurteilen.
Gift folgt der Bewegung
Ein giftiger Biss hinterließ Wunden, aus denen beim Laufen weitere Pfützen entstanden. Stillstand vermied neue Spuren, machte das Opfer aber zum leichten Ziel für den nächsten Angriff. Serpentrix zwang ihre Gegner, Bewegung bewusst zu planen. Jeder panische Schritt zeichnete eine giftige Grenze, die später den Rückweg versperrte.
Gewaltige Böen fegten durch die Untiefe und veränderten die Richtung, in der Serpentrix' Gift flog. Wer gegen den Wind stand, erhielt den Auswurf direkt ins Gesicht. Die Bestie musste nicht jede Bahn selbst wählen. Sie nutzte den Sturm, der über Azsharas Auge ohnehin wuchs, und machte Wetter zum verlängerten Hals.
Schwer verwundet verschwand Serpentrix unter Wasser und brach weit entfernt wieder hervor. Gleichzeitig erschienen weitere Hydraköpfe, manche mit Gift, andere mit Feuer oder arkaner Kraft. Der Kampf teilte sich über die Bucht. Wer nur den ursprünglichen Kopf verfolgte, ließ die neu entstandenen Mäuler ungestört wirken.
Die Untiefe wird wieder still
Als Serpentrix fiel, verlor der nördliche Bereich seinen uralten Jäger. Die Naga hatten die Bestie nie beherrscht; sie hatten nur gelernt, um sie herumzuplanen. Ihre Niederlage zeigt, dass nicht jede Gefahr einer Instanz Teil derselben Verschwörung sein muss. Manche Mächte stehen im Weg, weil ihr Revier älter ist als jeder aktuelle Feldzug.