Der Weg nach Tor der Untergehenden Sonne
Das Tor der Untergehenden Sonne war Teil der gewaltigen Mauer, die das Herz Pandarias vor den zyklischen Angriffen der Mantiden schützen sollte. Als der Schwarm früher als erwartet erwachte und die Kaiserin dem Sha der Angst verfiel, kam keine gewöhnliche Angriffswelle. Saboteure, Luftasse, Bodenkommandanten und gewaltige Kriegsbestien griffen wie Teile einer einzigen Belagerungsmaschine ineinander und suchten nicht nur einen Durchgang, sondern den Zusammenbruch der gesamten Verteidigung. In Raigonn nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Raigonn war keine Maschine aus Holz und Metall, sondern ein lebender Mantid von gewaltigem Ausmaß. Der Schwarm setzte ihn dort ein, wo selbst große Truppen an Stein und Tor scheiterten. Sein Körper trug die Wucht einer Belagerungswaffe, ohne auf Räder, Zugtiere oder eine Mannschaft angewiesen zu sein. Jeder Anlauf verband tierischen Zorn mit dem Zweck eines Rammbocks.
Das äußere Tor ist bereits gebrochen
Als die Verteidiger Raigonn erreichten, hatte er die äußere Sperre überwunden und rammte nun den inneren Zugang. Hinter jeder Tür lag nur die nächste Schicht einer Verteidigung, die unter seinen Stößen endlich wirkte. Die Gruppe kämpfte deshalb nicht allein um ihr Leben. Jeder Aufprall maß die verbleibende Zeit, bevor ein weiterer Teil der Mauer seinen Sinn verlor.
Raigonns Panzerung ließ Angriffe nahezu wirkungslos abgleiten. Solange sie hielt, konnte der Koloss sich auf das Tor konzentrieren und kleinere Mantiden den Kampf gegen die Verteidiger überlassen. Gewalt gegen die größte sichtbare Fläche genügte nicht. Die Belagerungsbestie musste als gebauter Körper verstanden werden, mit Schutzschichten, Bewegungsabläufen und einem Punkt, den selbst der dickste Panzer nicht vollständig bedeckte.
Die Verteidiger nutzten Geschütze, um einzelne Kämpfer auf Raigonns Rücken zu schleudern. Dort konnten sie seinen Schwachpunkt angreifen, wurden jedoch bei jedem Rammstoß wieder herabgeworfen. Der Kampf teilte die Gruppe: Unten mussten Verstärkungen gebunden werden, oben arbeiteten wenige Menschen gegen die empfindliche Stelle eines Wesens, dessen nächster Schritt sie dutzende Körperlängen weit tragen konnte.
Der gebrochene Panzer
Als der Schwachpunkt nachgab, riss die schützende Ordnung des Panzers auf. Raigonn wurde verwundbar, aber nicht harmlos. Er fixierte einzelne Ziele, stampfte den Boden und steigerte seine Raserei mit jedem Angriff. Die Bestie hatte ihren Zweck als Rammbock verloren und wandte nun ihre ganze verbleibende Kraft gegen jene, die sie von der Mauer getrennt hatten.
Raigonns Fall beendete den konzentrierten Angriff auf das Sonnentor. Sabotage, Luftmacht und Bodentruppen hatten die Festung geschwächt, doch der lebende Rammbock durchbrach die letzte Sperre nicht. Der Sieg bewahrte mehr als Stein. Er hielt dem Schwarm eine Grenze entgegen und gab Pandarias Verteidigern Zeit, zu begreifen, dass dieser ungewöhnlich frühe Mantidenangriff eine tiefere Ursache besaß.