Ehre und StärkeBlackmoore
Opernsaal: Das schöne Biest
Bosse

Opernsaal: Das schöne Biest

In Karazhans verfluchtem Schloss verteidigen Von Ruh, Luminore, Babblette und Madame Topfine die letzte Hoffnung ihres Herrn Grobian. Je mehr Diener fallen, desto verzweifelter wächst die Macht der übrigen, denn nur Bellas Liebe könnte den Bann noch lösen.

Der Weg nach Rückkehr nach Karazhan

Karazhan war nie nur ein Turm. In seinen Hallen lagen Medivhs Erinnerungen, die Magie der Wächter und Risse in Raum und Zeit so dicht beieinander, dass eine Bühne zur Wirklichkeit und ein harmloser Manawyrm zur Katastrophe werden konnte. Als die Brennende Legion zurückkehrte, wollte sie dieses verwundete Gedächtnis nicht zerstören, sondern als Tor zu bereits eroberten Welten benutzen. In Opernsaal: Das schöne Biest nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Das Stück begann mit einem Herrn, der in die Gestalt des abstoßenden Grobian verbannt worden war. Nur wahre Liebe konnte den Bann lösen, bevor die Magie auch sein Leben nahm. Bella erschien als Hoffnung, doch zwischen ihr und dem verwandelten Hausherrn stand ein ganzes Schloss voller Angst. Die Dienerschaft verteidigte nicht Reichtum oder Rang. Sie glaubte, dass jede Störung die letzte Gelegenheit zerstören könne, selbst wieder ein eigenes Leben zu erhalten.

Der treue Majordomus Von Ruh war in einen schweren Ofen gebannt worden. Er begrüßte Eindringlinge nicht als Gäste, sondern als Gefahr für jene Ordnung, die trotz des Fluches noch bestand. Seine Glocke beschleunigte die übrigen Diener, und silberne Gabeln wurden auf seinen Ruf zu Waffen. Solange seine Gefährten standen, schützte ihr Dienst ihn vollständig. Der Haushofmeister konnte nicht getrennt von dem Haus besiegt werden, das er zusammenhielt.

Luminore trägt Licht in fremder Gestalt

Luminore war einst der vornehme Hüter der Kerzen und wurde durch den Bann in einen Kobold verwandelt. Das Licht, das er früher für andere entzündet hatte, brach nun als gefährliche Hitzewelle hervor. Brennende Flächen krochen durch den Saal und machten seine Pflicht zur Bedrohung. Trotzdem blieb in seiner Rolle etwas Würdevolles: Selbst im erniedrigten Körper versuchte er, den Weg seines Haushalts zu erhellen und die Hoffnung auf Erlösung nicht verlöschen zu lassen.

Babblette hatte als oberste Zofe mit Anmut gedient. Nun war sie in einen Besen eingeschlossen und konnte ihre Aufgabe nur noch in rastloser Bewegung ausdrücken. Sie verfolgte einzelne Eindringlinge und fegte so heftig, dass Staub den Blick nahm. Geriet sie in Luminores Flammen, wurde ihre Jagd beinahe unaufhaltsam. Aus alltäglicher Hausarbeit entstand eine verzweifelte Abwehr, als wolle sie den Fluch selbst aus jedem Winkel kehren.

Madame Topfine löscht und verbrüht

Madame Topfine trug die Küche als schweren Kesselkörper mit sich. Wasser, das eigentlich reinigen und löschen sollte, wurde unter ihrer Wut zur Verbrühung. Zugleich konnte ihre Nässe die Feuer auf dem Boden beseitigen. Wie bei den übrigen Dienern lagen Hilfe und Gefahr in derselben Handlung. Wer nur vor ihr floh, ließ den Saal in Flammen versinken; wer ihre Wege verstand, benutzte die Kraft des Haushalts gegen dessen eigene Verwüstung.

Fiel einer der Diener, heilten sich die übrigen und gewannen an Macht. Diese Eminenz war keine beliebige Verstärkung, sondern die Sprache ihrer gemeinsamen Verzweiflung. Mit jedem verlorenen Gefährten mussten weniger Hände dieselbe Hoffnung tragen. Die Reihenfolge des Angriffs entschied daher, welche Form der Trauer den Saal zuletzt beherrschte: Feuer, rasende Bewegung, kochendes Wasser oder der unerbittliche Ruf der Dinnerglocke.

Bella und Grobian bleiben hinter dem Kampf

Die vermeintliche Liebesgeschichte wurde nicht durch ein Gespräch zwischen Bella und Grobian entschieden, sondern durch Diener, die niemanden mehr an sie heranlassen wollten. Ihr Schutz drohte genau jene Nähe unmöglich zu machen, auf die alle hofften. Darin lag die leise Tragik der Aufführung. Angst vor dem Scheitern verwandelte Fürsorge in Gewalt, und die Bewohner des Schlosses hielten so fest an der ersehnten Erlösung, dass sie jede unbekannte Möglichkeit dafür als Feind behandelten.

Mit dem Fall der Dienerschaft zerbrach die Verteidigung des verfluchten Haushalts. Ob die Bühnenfiguren hinter dem Vorhang Erlösung fanden, ließ Karazhan offen. Das Stück blieb als Bild für Treue zurück, die sich selbst verzehrt. Von Ruh und die anderen waren keine bloßen komischen Möbel. Sie waren Menschen in fremden Formen, deren Liebe zu ihrem Haus sie aufrecht hielt und zugleich daran hinderte, eine Zukunft außerhalb der alten Rollen zu denken.