Balakars Griff nach der Herrschaft
Der Clan Nokhud lebte im Westen der Ebenen von Ohn'ahra und war für seine Stärke und Härte bekannt. Sein Khan Balakar wollte sich nicht mit einem Platz unter mehreren Clans zufriedengeben. Er hielt die überlieferte Ordnung der Maruuk für Schwäche und glaubte, dass nur ein einziger, entschlossener Anführer die Zentauren in eine mächtige Zukunft führen könne. Selbst sein Vater Jhakan stand diesem Ehrgeiz im Weg. Balakar ließ ihn töten und verbarg den Mord hinter der Behauptung, der alte Khan sei eines natürlichen Todes gestorben.
Mit dieser Tat begann der innere Bruch lange vor dem offenen Krieg. Balakar sammelte Krieger um sich, die Stärke über Tradition stellten. Die Festung Nokhudon wurde zum Mittelpunkt dieser neuen Ordnung. Ihre Mauern schützten nicht nur einen Clan. Sie schützten den Anspruch eines Mannes, dessen Herrschaft auf Täuschung beruhte und der jede andere Stimme als Hindernis betrachtete.
Das Bündnis mit den Primalisten
Als die Primalisten unter Raszageth gegen die Drachen und die titanische Ordnung aufstanden, fand Balakar in ihnen mächtige Verbündete. Ihre Ablehnung fremder Herrschaft ließ sich mit seiner eigenen Botschaft verbinden, obwohl er nicht Freiheit, sondern Unterwerfung suchte. Primalistische Sturmkräfte verstärkten seine Krieger. Im Gegenzug öffnete der Clan Nokhud den Ebenen einen weiteren Zugang für Raszageths Krieg.
Balakar griff die anderen Maruuk-Clans an und ließ Khural töten, die Khanam Matra und damit die anerkannte Führerin des Bundes. Noch schwerer wog die Gefangennahme Ohn'ahras. Der große Windgeist hatte die Maruuk einst in ihre neue Heimat geführt und war Teil ihrer religiösen und politischen Ordnung. Balakar wollte ihre Macht für sich erzwingen. Damit richtete er sich nicht nur gegen einzelne Rivalen, sondern gegen die gemeinsame Herkunft seines Volkes.
Die Offensive gegen Nokhudon
Nach Khurals Tod übernahm ihre Tochter Sansok die Verantwortung als neue Khanam Matra. Sie musste Clans vereinen, die trauerten, einander misstrauten und unter dem Ansturm der Nokhud standen. Die Shikaar, Ohn'ir und Teerai stellten sich dennoch gemeinsam dem Verrat. Verbündete von außerhalb der Ebenen halfen ihnen, die äußeren Stellungen der Nokhud zu durchbrechen, ihre Sturmrufer auszuschalten und den Weg zur Festung zu öffnen.
Der Angriff auf Nokhudon war kein gewöhnlicher Feldzug gegen einen fremden Feind. Auf beiden Seiten kämpften Zentauren, die dieselben Ebenen, Ahnen und Geschichten kannten. Jeder Schritt in die Festung führte tiefer in einen Bürgerkrieg. Balakars Anhänger verteidigten nicht nur Mauern, sondern die Vorstellung, dass Gewalt ihm das Recht gegeben habe, für alle Maruuk zu sprechen.
Ohn'ahras Befreiung
Im Inneren Nokhudons stellte sich Balakar selbst den Angreifern. Er griff auf die Macht des Sturms zurück, die ihm seine primalistischen Verbündeten gegeben hatten. Doch weder diese Kraft noch die Festung konnten den vereinten Widerstand der Clans brechen. Balakar fiel, und Ohn'ahra wurde aus seiner Gefangenschaft befreit. Mit ihr kehrte nicht einfach ein mächtiger Geist zurück. Die Maruuk gewannen einen Teil jener gemeinsamen Orientierung wieder, die Balakar zerstören wollte.
Nokhudon blieb nach seinem Tod ein belasteter Ort. Der Clan musste mit der Verantwortung für Balakars Krieg leben, während Sansok eine Ordnung wiederaufbaute, die nicht auf Rache beruhen durfte. Die Festung erinnert seither daran, wie leicht der Wunsch nach Einheit in Tyrannei umschlagen kann. Balakar hatte behauptet, sein Volk stark machen zu wollen. Am Ende überlebten die Maruuk, weil die Clans sich gegen seine Vorstellung von Stärke zusammenschlossen.