Der Weg nach Rubinlebensbecken
In den Rubinlebensbecken hütete der rote Drachenschwarm die nächste Generation der Dracheninseln. Nach Jahrtausenden der Abwesenheit sollten dort wieder Eier behütet und Jungdrachen auf ihr Leben vorbereitet werden. Für die Primalisten war der Schrein jedoch kein Ort der Hoffnung, sondern eine Werkstatt der Titanenordnung. Ihr Angriff zielte deshalb nicht nur auf die Verteidiger, sondern auf die Zukunft, die in jedem Ei heranwuchs. In Kyrakka und Erkhart Sturmader nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Nach den Kämpfen in den Brutstätten führte der Weg hinauf zum Rubinüberblick. Dort war der Angriff nicht mehr in Gängen und Kammern eingeschlossen. Der offene Himmel gehörte Kyrakka, während Erkhart Sturmader auf der Plattform jene abfing, die den Schrein verteidigten. Gemeinsam konnten sie Drachen in der Luft bekämpfen und zugleich verhindern, dass Hilfe vom Boden aus geordnet wurde.
Kyrakka, die Flamme in der Höhe
Kyrakka blieb zu Beginn außerhalb der Reichweite vieler Waffen. Sie spie Feuer auf einzelne Ziele und zog mit ihrem Atem breite Bahnen über die Plattform. Die Flammen hafteten an den Getroffenen, sammelten sich in einem glühenden Kern und brachen beim Erlöschen als brennende Glut auf den Boden. Jeder Angriff veränderte damit den Raum, in dem Erkhart weiterkämpfte.
Erkhart stellte sich den Gefährten unmittelbar entgegen. Seine Schläge trugen die Wucht eines Gewitters, und jeder Sturmschlag machte den nächsten gefährlicher. Er war weder Reiter noch bloßer Begleiter des Drachen. Solange Kyrakka kreiste, hielt er die Gruppe an dem Ort fest, den ihre Flammen bereits vorbereiteten. Himmel und Boden waren zwei Teile derselben Taktik.
Mit den Winden des Wandels drückte Erkhart Menschen über die Plattform und trieb zugleich Kyrakkas brennende Kerne vor sich her. Ein sicher abgelegtes Feuer konnte plötzlich durch die ganze Gruppe wandern. Der Sturm löschte die Flamme nicht; er gab ihr eine neue Richtung. Darin zeigte sich die Stärke des Paares: Ihre Elemente standen nicht nebeneinander, sondern veränderten einander.
Reiter und Drache vereinen sich
Sobald einer der beiden schwer verwundet war, landete Kyrakka und Erkhart stieg auf ihren Rücken. Die getrennten Fronten brachen zusammen. Nun kamen Sturm und Feuer aus demselben Körperpaar, das über die Plattform sprang und den verbliebenen Raum weiter verengte. Der Wechsel war kein Rückzug, sondern die letzte Stufe ihrer Zusammenarbeit. Was zuvor koordiniert gewesen war, wurde körperlich eins.
Kyrakka und Erkhart wollten die Lebensbecken niederbrennen und ihre Asche in einem Elementarsturm verwehen. Nach diesem Plan sollte nichts übrig bleiben, das erneut durch Titanenordnung geprägt werden konnte. Die Sprache der Reinigung erreichte hier ihren deutlichsten Widerspruch. Um eine angeblich natürliche Zukunft zu retten, waren die Angreifer bereit, jeden Ort zu vernichten, an dem diese Zukunft tatsächlich heranwuchs.
Feuer braucht einen Ort
Die Schlundgänger legten die glühenden Kerne mit Abstand ab, bewegten sich gegen Erkharts Wind und hielten Kyrakkas Atem von den verbliebenen sicheren Flächen fern. Sie besiegten das Paar nicht, indem sie die Elemente voneinander trennten; dazu war es nach der Landung zu spät. Sie überlebten, weil sie verstanden, wohin jede Flamme als Nächstes getragen werden würde.
Mit Kyrakkas Fall und Erkharts Tod endete der unmittelbare Angriff. Die Rubinlebensbecken waren verwundet, Gelege bedroht und viele Verteidiger gefallen, doch der Schrein blieb bestehen. Der Sieg bewahrte mehr als Eier. Er ließ der nächsten Drachengeneration die Möglichkeit, später selbst zu entscheiden, was sie aus dem Erbe der Aspekte, der Titanen und der elementaren Herkunft machen wollte.