Der Hüter der Menagerie
Karazhans Menagerie sammelte seltene, magische und schöne Dinge. Zu ihrem Schutz wurde der Kurator geschaffen, ein massiver Golem aus arkaner Energie und widerstandsfähigem Material. Er war kein Ausstellungsstück, sondern der Wächter der Sammlung. Seine Größe täuschte nicht über Beweglichkeit hinweg; Berichte beschrieben ihn als überraschend schnell und außerordentlich gefährlich.
Sein Auftrag war klar: Nichts sollte die Geheimnisse Karazhans beschädigen oder forttragen. Dieser Befehl blieb bestehen, als der Turm fiel. Viele Dinge, die er einst bewacht hatte, gingen dennoch verloren oder zerbrachen. Der Kurator erkannte den Widerspruch nicht. Er verteidigte weiter, was noch übrig war, und behandelte jeden Besucher als Gefahr.
Arkane Energie als Pflicht
Der Kurator setzte seine eigene Energie ein, um kleinere arkane Wächter zu erzeugen. Je länger er kämpfte, desto mehr seiner Kraft floss in diese Geschöpfe. Wenn seine Reserven erschöpft waren, musste er sich neu aufladen und wurde für kurze Zeit verwundbar. Selbst dieser Rhythmus wirkte weniger wie eine Entscheidung als wie ein festes Programm.
Darin unterschied er sich von den Geistern des Turms. Moroes litt unter seiner Pflicht, und Arans Schemen trug die verwirrten Reste eines Menschen in sich. Der Kurator kannte kein Bedauern. Er funktionierte, auch wenn der Zweck seines Funktionierens längst beschädigt war.
Ein Wächter, der selbst verfällt
Seine erste Niederlage beendete den Auftrag nicht endgültig. Der Kurator erschien später erneut und kämpfte gegen Eindringlinge und Nachtwächter. Noch nach dem Vierten Krieg berichtete Khadgar, dass der Golem weiter verfiel und sich unberechenbar verhielt. Der Erzmagier versuchte, ihn zu reparieren.
Diese Bemühung ist bemerkenswert. Khadgar sah im Kurator nicht nur eine Maschine, die zerstört werden musste, sondern einen Teil von Karazhans Geschichte, der vielleicht gerettet werden konnte. Der Wächter hatte über lange Zeit Schaden angerichtet, war aber zugleich selbst Opfer eines Befehls, den niemand widerrufen hatte.
Die Grenze zwischen Bewahren und Einsperren
Der Kurator verkörpert Karazhans großes Problem in einer einzigen Gestalt. Der Turm bewahrt Wissen und Erinnerung, doch er bewahrt sie so hartnäckig, dass aus Schutz Gefangenschaft wird. Was sicher verwahrt ist, kann niemand nutzen; was nie verändert werden darf, zerfällt schließlich hinter verschlossenen Türen.
Mit dem Fall des Kurators öffnete sich der Weg in die Bibliothek und zu jenen Geheimnissen, die nicht ausgestellt, sondern in der Geschichte von Medivhs Familie verborgen lagen.