Eine Wucherung N'Zoths
Il'gynoth war kein unabhängiger Gott und kein gewöhnliches Tier des Alptraums. Er war ein Auswuchs N'Zoths, des Alten Gottes, dessen Gefängnis tief unter Azeroth lag. Durch Il'gynoth konnte N'Zoths Einfluss an einem Ort Gestalt annehmen, der eigentlich Leben und Erneuerung spiegeln sollte. Die Leere saß damit nicht vor dem Weltenbaum, sondern in seinem Inneren.
Im Alptraum erschien ein Teil des Un'Goro-Kraters als verdorbene Landschaft. Dort verschloss ein gewaltiges Auge den Zugang zum Herzen eines abgestorbenen Baums. Tentakel und Augenstiele brachen aus dem Boden, während kleine Ausgeburten der Verderbnis gegen das Auge getrieben werden mussten. Erst wenn die Hülle aufbrach, wurde der verletzliche Kern im Stamm erreichbar.
Worte mit mehreren Bedeutungen
Il'gynoth sprach in kurzen Bildern von Königen, Herzen, Kreisen und kommenden Verrätern. Manche Sätze schienen später zu Ereignissen um Magni, Sylvanas oder die Leere zu passen. Gerade darin lag ihre Gefahr. Ein Diener N'Zoths musste nicht offen lügen. Es genügte, wahre Bruchstücke so zu ordnen, dass Zuhörer ihre eigene Furcht zur Deutung machten.
Il'gynoths erste Gestalt wurde im Smaragdgrünen Alptraum zerstört, doch die Verbindung zu N'Zoth blieb bestehen. In Ny'alotha kehrte die Verderbnis als Il'gynoth, die Wiedergeborene Verderbnis, zurück. Das bestätigte, dass der pulsierende Kern nur eine sichtbare Form eines größeren Einflusses gewesen war. Solange N'Zoth wirkte, konnte auch seine Wucherung neu entstehen.
Ein Herz, das nicht allein schlägt
Il'gynoths Geschichte verbindet den Smaragdgrünen Alptraum mit dem späteren Erwachen N'Zoths. Seine Niederlagen verhinderten unmittelbare Ausbreitung, aber seine Worte blieben im Gedächtnis und veränderten den Blick auf kommende Ereignisse. So setzte sich die Methode der Alten Götter fort: Selbst ein besiegter Mund konnte Zweifel hinterlassen, die lange nach seinem Schweigen weiterarbeiteten.