Der Weg nach Operation: Schleuse
Der Damm der Wasserwerke hielt mehr zusammen als einen Fluss. Seine Energie und seine Leitungen waren Teil jener Infrastruktur, mit der Lorenhall funktionieren konnte. Gallywix ließ die Anlage durch die Venture Company sprengen und anzapfen, weil ihm der Schaden anderer nur als Abkürzung zu seinem nächsten Projekt erschien. Giesel Gigaschock steht an einer Stelle dieser Entwicklung, an der sich die große Krise des Ortes in einem einzelnen Leben oder Körper verdichtet.
Giesel Gigaschock verstand die Wasserwerke als gewaltigen Stromkreis. Wo andere einen Damm, einen Fluss und die Versorgung Lorenhalls sahen, erkannte er Leitungen, die sich umlenken ließen. Im Auftrag von Gallywix zapfte er Energie für ein Vorhaben ab, das selbst seine Beschäftigten nur DAS PROJEKT nannten. Geheimhaltung wurde dabei zum Teil der Konstruktion.
Lorenhalls gestohlene Kraft
Jede Einheit Energie, die Giesel abzweigte, fehlte dort, wofür die Anlage errichtet worden war. Doch in Gallywix' Denken gehörte eine Ressource demjenigen, der dreist genug war, sie umzuleiten. Giesel machte diesen Anspruch technisch möglich. Kabel und Schalter verwandelten einen politischen Raub in eine Reihe scheinbar neutraler Handgriffe.
Als seine Verteidiger fielen und die Leitungen bedroht waren, leitete Giesel den Strom nicht länger nur weiter. Er nahm ihn in sich auf. Elektrische Entladungen jagten durch den Raum, Spulen überluden sich und der Ingenieur wurde zum lebenden Endpunkt seines Netzes. Die geniale Lösung war zugleich Verzweiflung: Wenn das Projekt keine Energie mehr erhalten konnte, sollte niemand den Schalter überleben.
Genialität im Dienst des Besitzes
Giesel war kein gedankenloser Schläger. Gerade sein Können machte ihn wertvoll und verantwortlich. Er hätte mit denselben Fähigkeiten Versorgung sichern oder Schäden verhindern können. Stattdessen entwarf er einen Weg, die Lebensader einer Stadt für Gallywix' Privatplan auszubluten. Technik beantwortet nicht, wem sie dient; diese Entscheidung trifft immer derjenige, der sie baut und einschaltet.
Mit Giesels Niederlage brach die Umleitung zusammen. Der Damm konnte stabilisiert und die Energieversorgung dem Zugriff der Venture Company entzogen werden. DAS PROJEKT blieb als größere Bedrohung bestehen, doch sein Strom aus den Wasserwerken versiegte. Giesel endete in jener Überladung, mit der er glaubte, jede Verantwortung zusammen mit sich selbst verbrennen zu können.