Eine Brut aus dem Dazwischen
Gemellus kam nicht als Eroberer mit Fahne und Forderung. Das Wesen war eine Ausgeburt der Leere, deren bloße Anwesenheit bereits Wachstum bedeutete. Wo sterbliche Völker zwischen Verteidigung und Nachkommen unterscheiden, verband Gemellus beides: Jede neue Gestalt schützte das Ganze und vergrößerte zugleich die Möglichkeit seiner Art, Fuß zu fassen.
Magister Umbrics Eingriff hatte unbeabsichtigt eine Gelegenheit geschaffen, durch die Leerenwesen die Terrasse erreichen konnten. Für Gemellus war dieser Ort ideal. Arkane Energien, alte Apparaturen und ein angegriffenes Schutzsystem boten Nahrung und Deckung. Aus einem einzelnen Eindringling konnte so rasch ein Geflecht werden.
Drei Gestalten, ein Bewusstsein
Im Kampf teilte Gemellus sich in Abbilder, die durch einen synaptischen Nexus miteinander verbunden blieben. Sie drifteten auseinander und handelten dennoch wie ein Körper. Schutzschilde, Leerensekrete und ein unsichtbarer Zug zwischen den Gestalten machten deutlich, dass man nicht gegen drei unabhängige Feinde kämpfte, sondern gegen einen Willen mit mehreren Mittelpunkten.
Gemellus brauchte keinen Thron. Sein Ziel lag in der Fortsetzung der eigenen Art. Gerade darin unterschied sich die Kreatur von politischen Gegnern wie Kael’thas oder den Magistern. Mit ihr verhandelte man nicht über Grenzen, weil sie jeden freien Raum als Möglichkeit zur Vermehrung verstand und jede Gegenwehr in ihre Schutzlogik einbaute.
Ein Wachstum wird unterbrochen
Als die Verbindung der Abbilder zerbrach und Gemellus fiel, endete mehr als eine einzelne Begegnung. Eine mögliche Kolonie der Leere wurde im Ansatz vernichtet. Der Sieg bewahrte die Terrasse davor, selbst zum Brutraum zu werden, doch die Kreatur hatte gezeigt, wie schnell eine kleine Bresche lebendige Folgen annehmen konnte.