Der Weg nach Der Tempel von Sethraliss
Der Tempel von Sethraliss war Grabmal, Heiligtum und Hoffnung der ergebenen Sethrak. Während General Jakra'zet und seine Ungläubigen Mythrax dienten, drangen ihre Anhänger bis zum Herzen der gefallenen Loa vor. Jeder Wächter auf dem Weg dorthin zeigte, wie gründlich ein heiliger Ort gegen seine eigene Wiedergeburt gewendet worden war. In Galvazzt nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Macht der Schlangenloa war nicht verschwunden, als sie sich gegen Mythrax opferte. Blitz und Sturm blieben im Tempel gebunden, in Ritualen, Steinen und dem Herzen, das auf ihre Rückkehr wartete. Solange die Ergebenen den Ort bewahrten, war diese Energie Teil eines Versprechens. Unter der Verderbnis der Ungläubigen verlor sie Richtung und begann, neue Gestalten hervorzubringen.
Eine unbeabsichtigte Schöpfung
Galvazzt war kein Wächter, den Sethraliss bewusst eingesetzt hatte. Der Elementar entstand aus ihrer verdrehten Kraft. Darin lag die besondere Gefahr des Tempels: Selbst das Gute, das die Loa zurückgelassen hatte, konnte unter falschem Einfluss gegen ihre Retter kämpfen. Galvazzt trug keine Überzeugung und keinen Hass. Er war Energie ohne heilende Ordnung, stark genug, alles auf seinem Weg zu Asche zu brennen.
Von den Rändern der Kammer zogen elektrische Kugeln auf Galvazzt zu. Erreichten sie ihn, nahm seine Kraft zu. Der Elementar wurde damit nicht allein durch seinen eigenen Körper gefährlich, sondern durch jede Verbindung, die der Raum zu ihm herstellte. Ihn einfach anzugreifen, während alle Ströme frei blieben, hätte nur einen immer stärker geladenen Feind geschaffen.
Sterbliche treten in den Strom
Die Gefährten stellten sich zwischen Kugeln und Elementar. Jeder abgefangene Strom ging nun durch einen lebenden Körper. Das verhinderte Galvazzts Stärkung, aber die Ladung blieb nicht folgenlos. Wer zu lange dieselbe Bahn hielt, wurde von wachsender Energie überwältigt. Schutz entstand durch Wechsel: Einer trug die Last, dann ein anderer, bevor aus Mut Selbstzerstörung wurde.
Die Kammer verlangt gemeinsame Leitung
Galvazzt machte aus der Gruppe einen beweglichen Blitzableiter. Niemand konnte alle Ströme allein aufnehmen, und niemand durfte sie vollständig meiden. Die Rettung des Tempels verlangte, dass Gefahr bewusst verteilt wurde. Gerade darin lag ein Gegenbild zu Jakra'zets Herrschaft, die Macht bei wenigen sammelte und andere als Material behandelte. Hier überlebten die Eindringlinge, weil sie Belastung teilten.
Blitze zuckten durch die Kammer, und Galvazzt entlud die gespeicherte Kraft gegen jeden in seiner Nähe. Anders als Adderis und Aspix hatte er kein Reich zu verteidigen und keine Worte für seinen Tod. Diese Sprachlosigkeit machte ihn nicht leer. Sie zeigte, wie weit die Verderbnis bereits reichte: Eine Spur Sethraliss' war in eine Kreatur gezwungen worden, die nur noch aufnehmen, wachsen und verbrennen konnte.
Hinter der Asche schlägt noch ein Herz
Als Galvazzt zerfiel, öffnete sich der Weg zum Avatar von Sethraliss. Dort wartete kein gewöhnlicher Endkampf. Die Loa musste geheilt werden, bevor Jakra'zets Diener ihr Herz endgültig verdarben. Galvazzts Niederlage hatte bewiesen, dass die fehlgeleitete Energie gebändigt werden konnte. Nun mussten die Retter zeigen, dass sie nicht nur zerstören, sondern Leben dorthin zurückbringen konnten, wo die Verderbnis es fast ausgelöscht hatte.