Ehre und StärkeBlackmoore
Echo von Doragosa
Bosse

Echo von Doragosa

Direktorin Doragosa hatte ein komplexes Simulakrum ihrer selbst erschaffen, das die Akademie während des langen Schlafs verwalten sollte. Nach zehntausend Jahren war aus dem vermeintlich zuverlässigsten Zauber ein instabiles Echo geworden, dessen arkane Kraft Schüler stärkte, überlud und den ganzen Saal mit Rissen füllte.

Der Weg nach Akademie von Algeth'ar

In Thaldraszus hatte die Akademie von Algeth'ar einst junge Drachen aller fünf großen Schwärme gemeinsam ausgebildet. Nach zehntausend Jahren des Schweigens öffnete Direktorin Doragosa ihre Schule wieder. Doch Unterrichtssäle, botanische Labore, Sportplätze und selbst ein altes Simulakrum hatten die lange Abwesenheit ihrer Schüler nicht unversehrt überstanden. In Echo von Doragosa nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Doragosa hatte die Akademie nicht nur gegründet oder geleitet; sie hatte versucht, für jede alltägliche Aufgabe vorzusorgen. Als die Dracheninseln in den langen Schlaf fielen, hinterließ sie ein komplexes Simulakrum ihrer selbst. Dieses Echo sollte Ordnung halten, Arbeiten beaufsichtigen und den Lehrbetrieb bewahren, auch wenn die wirkliche Direktorin nicht anwesend war.

Zehntausend Jahre Dienst

Das Simulakrum blieb, während Flure verstaubten, Gärten überwucherten und die Stimmen der Schüler verstummten. Seine Aufgabe besaß kein natürliches Ende. Tag für Tag hielt es an einer Schule fest, deren Gemeinschaft nicht mehr da war. Dass der Zauber überhaupt so lange wirkte, erschien bei der Rückkehr beinahe wie ein Wunder und verleitete Doragosa zu der Hoffnung, wenigstens dieses eine System sei vollkommen stabil geblieben.

Gerade das zuverlässig wirkende Echo wurde zur letzten Prüfung. Magie kann weiterbestehen, ohne unverändert zu bleiben. Das Simulakrum trug noch Doragosas Gestalt, ihre Stimme und den Willen, Schüler zu beaufsichtigen, doch seine arkane Ordnung war nach den langen Jahrtausenden brüchig geworden. Hilfe, Kontrolle und Angriff lagen in seinen Routinen so dicht beieinander, dass eine Begrüßung in einen Kampf umschlug.

Jeder arkane Treffer ließ überwältigende Kraft auf den Gefährten zurück. Zunächst stärkte diese Ladung sogar die eigenen Angriffe. Doch mit jeder weiteren Schicht näherte sie sich dem Punkt, an dem der Körper die Energie nicht mehr halten konnte. Was wie ein Geschenk der Schule begann, riss nach der dritten Überladung eine arkane Spalte in den Boden.

Der Unterrichtsraum zerbricht

Doragosas Echo entfesselte Energie in alle Richtungen und öffnete zusätzliche Risse. Aus ihnen schossen unkontrollierte Ladungen, die neue Überwältigung verbreiteten. Der nutzbare Raum schrumpfte nicht durch Mauern, sondern durch die Folgen jeder Berührung. Die Gefährten mussten ihre eigenen Stärkungen lesen und rechtzeitig an Stellen tragen, an denen der unvermeidliche Riss den weiteren Kampf nicht abschnitt.

Das Simulakrum bewahrte die Gestalt und manche Kräfte einer Drachin. Ein astraler Atem strich als Kegel durch den Saal, arkane Geschosse suchten einzelne Ziele, und ein Machtvakuum zog alle zur Mitte, bevor eine Explosion sie wieder fortschleuderte. Jeder dieser Zauber legte weitere Ladung auf seine Opfer. Das Echo prüfte nicht eine einzelne Fähigkeit, sondern die Disziplin, unter ständig wachsender Macht beweglich zu bleiben.

Die Gefährten besiegten Doragosas Abbild, nicht Doragosa selbst. Dieser Unterschied war für die Geschichte der Akademie entscheidend. Das Echo war aus ihrer Fürsorge und ihrer Planung entstanden, doch es hatte zehntausend Jahre ohne ihren lebendigen Blick verbracht. Eine Kopie konnte Gewohnheiten erhalten, aber nicht aus neuer Erfahrung lernen. Darin lag die Grenze selbst eines außergewöhnlich kunstvollen Simulakrums.

Die Schule braucht wieder Gegenwart

Mit dem Erlöschen des Echos endete der Rundgang durch eine Akademie, die zu lange von alten Zaubern verwaltet worden war. Ihre Wiedereröffnung gelang nicht, indem Doragosa die Vergangenheit unverändert zurückholte. Erst mussten Professoren, Schüler und Helfer die verwilderten Folgen gemeinsam tragen. Von nun an brauchte Algeth'ar keine vollkommene Stellvertretung mehr, sondern eine lebendige Gemeinschaft, die Fehler bemerkt und ihre Antworten verändert.