Ein Sturm unter dem Nachtbrunnen
Tief unter der Nachtfestung liegt die Höhle, in der die rohe Kraft des Nachtbrunnens aus der Erde drängt. Dort wurde die Chronomatische Anomalie geboren: keine Person mit einem früheren Leben, sondern eine Verkörperung der Macht des Auges Aman'Thuls in einem unruhigen Strom arkaner Energie.
Ihre Ausbrüche verzerrten den Lauf der Zeit. Augenblicke dehnten sich, beschleunigten sich oder brachen in Splitter auseinander. Das Wesen war damit keine philosophische Strafe für Elisandes Wunsch nach Gewissheit. Es war vor allem eine gefährliche Folge jener gewaltigen Quelle, von der ganz Suramar seit Jahrtausenden lebte.
Elisandes Zeitfessel
Die Großmagistrix wusste die Anomalie jedoch zu nutzen. Während ihre Gegner vor der Festung in einem Zeitzauber festsaßen, beobachtete Thalyssra Energiefäden, die von der Kreatur ausgingen. Ihre Schlussfolgerung war klar: Die Anomalie speiste den Zauber, der die verbündeten Truppen außerhalb der Nachtfestung festhielt.
So wurde aus einer unberechenbaren Erscheinung ein Werkzeug der Herrschaft. Elisande musste sie nicht vollständig beherrschen, um ihre Macht in einen Plan einzubinden. Es genügte, dass der Strom unter dem Palast genau den Augenblick festhielt, in dem die Angreifer die Stadt hätten erreichen können.
Der gebrochene Augenblick
Als die Anomalie fiel, brach auch die Zeitfessel vor der Nachtfestung. Die festgesetzten Verbündeten wurden frei, und aus einem heimlichen Vorstoß durch die unteren Gewölbe konnte ein offener Angriff werden. Der Sieg löste nicht jedes Geheimnis des Nachtbrunnens, aber er entzog Elisande ein entscheidendes Mittel, ihre Zukunft gegen die Gegenwart zu verriegeln.
Die Anomalie bleibt damit eine Erinnerung daran, wie eng Suramars Schicksal an eine einzige Machtquelle gebunden war. Unter dem Glanz der Stadt lag keine vollkommen beherrschte Maschine, sondern ein Strom, der ganze Augenblicke verschieben konnte, wenn man ihm zu nahe kam.