Ehre und StärkeBlackmoore
Aufseher Korgus
Bosse

Aufseher Korgus

Aufseher Korgus leitete Tol Dagor und machte die Gefängnisinsel zu seinem persönlichen Schießstand. Er beschichtete Kugeln mit Azerit und erprobte ihre Wirkung an Häftlingen. Auf dem Dach verbanden sich Gift, Präzisionsschüsse und die schweren Kanonen der Festung zu seinem letzten Urteil.

Der Weg nach Tol Dagor

Tol Dagor erhob sich als Gefängnisinsel vor der Küste von Kul Tiras. Unter Priscilla Aschenwinds Einfluss verschwanden dort nicht nur Verbrecher, sondern auch politische Gegner und Menschen, die ihren Plänen im Weg standen. Eine Flucht führte vom Sand vor den Mauern durch Zellen, Arsenal und Kanonen bis zum Aufseher, der das Gefängnis wie ein persönliches Versuchslabor behandelte. In Aufseher Korgus nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Korgus stand an der Spitze von Tol Dagors täglicher Gewalt. Unter ihm arbeiteten Wärter, Soldaten und Aufseher; unter ihnen lagen Menschen, deren Namen außerhalb der Insel leicht verschwanden. In einem Gefängnis, das Priscilla Aschenwind für politische Gegner missbrauchte, bedeutete seine Stellung mehr als Verwaltung. Er entschied, welche Grausamkeit als Ordnung in den Akten erschien.

Azerit wird an Gefangenen geprüft

Korgus liebte den neuen Rohstoff so sehr, dass er seine Munition damit beschichtete. Die Wirkung testete er an Häftlingen. Menschen, die sich nicht wehren und keinen Bericht nach draußen tragen konnten, wurden zu Versuchsmaterial. Damit verband Tol Dagor Aschenwinds zwei Geschäfte: die Beseitigung unerwünschter Stimmen und die Entwicklung von Waffen für den Krieg.

Seine Pistolen feuerten Azeritmunition, deren brennende Wirkung mit jedem weiteren Treffer zunahm. Ein einzelner Schuss war gefährlich; mehrere machten den Körper selbst zur fortgesetzten Flamme. Korgus zielte nicht auf schnellen Tod allein. Seine Geschosse sammelten Wirkung und ließen jeden neuen Fehler schwerer wiegen als den vorherigen.

Wenn Korgus ein Ziel festlegte, wurde die Linie zwischen Waffe und Opfer zur tödlichen Bahn. Ein Gefährte konnte sich dazwischenstellen und den Schuss auffangen, doch jeder Treffer machte den nächsten gefährlicher. Schutz musste wechseln. Niemand konnte dauerhaft Schild für alle sein, und niemand durfte zulassen, dass derselbe Körper unter Korgus' kalter Präzision zusammenbrach.

Gift bestraft jede hastige Bewegung

Herzstillstandsgift lag auf den Verteidigern und wurde durch zu viel Bewegung gefährlicher. Gleichzeitig zwangen Kanonen und Schüsse sie ständig zum Ausweichen. Korgus verband widersprüchliche Anforderungen zu einer Folter: stehen bleiben und getroffen werden oder laufen und das Gift wecken. Überleben bedeutete, nur dann zu handeln, wenn der nächste Schritt wirklich nötig war.

Schwere Gefängniskanonen bestrichen das Dach mit gewaltigen Salven. Korgus hatte Tol Dagor so vollständig in seine Waffe verwandelt, dass selbst nach dem Weg durch Zellen und Arsenal die Mauern weiter gegen die Flüchtenden kämpften. Deckung, Blick und Zeitpunkt mussten zusammenpassen, während der Aufseher zwischen den Einschlägen nach dem nächsten Opfer suchte.

Tol Dagor verliert seinen Schlüsselherrn

Korgus' Tod öffnete keine einzelne Zellentür, sondern brach die Spitze des Systems. Die Insel blieb aus Stein gebaut, doch der Mann, der Gefangene an Aschenwinds Interessen und Azeritversuche ausgeliefert hatte, konnte ihre Geschichten nicht länger verschließen. Für die Entkommenen endete der Weg auf dem Dach mit freiem Himmel. Für Kul Tiras begann die Erkenntnis, wie tief Priscillas Einfluss selbst in seine Einrichtungen gereicht hatte.