Die Wächter der draenischen Toten
Die Auchenai waren ein Orden draenischer Seelenpriester. In Auchindoun kümmerten sie sich um die Verstorbenen und bewahrten die Verbindung zwischen den Lebenden, ihren Ahnen und dem heiligen Ort. Die Krypten waren deshalb keine gewöhnlichen Katakomben. Sie gehörten zu einer Kultur, in der Erinnerung und Geist als wirkliche Gegenwart verstanden wurden.
Als Auchindoun explodierte, verloren die Priester nicht nur ihr Zuhause. Zahllose Seelen wurden aus ihrer Ruhe gerissen, heilige Rituale zerbrachen, und die Überlebenden standen mitten in einem Grab, das seine Ordnung verloren hatte.
Exarch Maladaars Fall
Exarch Maladaar hatte den Auftrag, die Toten zu schützen. Die Katastrophe und die Nähe zerrissener Seelen trieben ihn jedoch in den Wahnsinn. Statt den Verstorbenen Frieden zu geben, rief er sie zurück und band sie an die Krypten. Seine Macht blieb draenisch, doch ihr Zweck hatte sich umgekehrt.
Maladaar glaubte nicht, ein gewöhnlicher Grabräuber zu sein. Gerade seine frühere Pflicht machte seinen Fall so schwer. Er hielt an der Bewahrung fest, als die Form dieser Bewahrung längst zu Gefangenschaft geworden war.
Shirrak und der Avatar des Gemarterten
Shirrak der Totenwächter bewachte die inneren Gänge, während sich in den tiefsten Kammern der Avatar des Gemarterten erhob. Diese Gestalt bündelte das Leid der Seelen, die nach Auchindouns Zerstörung keine Ruhe gefunden hatten. Sie war weniger eine einzelne Person als das Ergebnis einer ganzen heiligen Ordnung, die in Qual zerbrochen war.
Der Kampf gegen diese Wesen war daher keine Eroberung fremder Gräber. Er sollte einen Ort befreien, dessen eigene Wächter die Grenze zwischen Gedenken und Zwang verloren hatten.
Trauer ohne Halt
Die Auchenaikrypta erzählt, wie ein guter Auftrag verderben kann, wenn Trauer keinen Ausweg findet. Maladaar wollte die Toten nicht vergessen. Weil er ihren Verlust nicht annehmen konnte, ließ er sie aber auch nicht gehen. Erst sein Fall löste einen Teil der gebundenen Seelen und gab der Krypta wenigstens die Möglichkeit zu neuer Ruhe.