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Shirrak der Totenwächter
Bosse

Shirrak der Totenwächter

Shirrak war kein natürliches Lebewesen, sondern ein untotes Konstrukt aus Augen, Zähnen und Tentakeln, das Exarch Maladaar nach seinem Fall erschuf. Auf der Brücke der Seelen sollte es die umherirrenden draenischen Geister bewachen und jeden Lebenden aufhalten. Sein Hunger nach arkaner Kraft machte aus einem Wächter selbst einen Teil des Schreckens.

Der Weg nach Auchenaikrypta

Die Auchenaikrypta gehörte zum heiligen Herzen der draenischen Totenstadt. Nach der Explosion Auchindouns irrten zahllose Seelen durch zerbrochene Hallen, während Exarch Maladaar an seiner Pflicht festhielt, bis Bewahrung zu Gefangenschaft wurde. Seine Totenwächter bewachten keine friedliche Ruhe mehr, sondern eine Trauer, die sich selbst nicht enden ließ. In Shirrak der Totenwächter erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Murmurs Ankunft zerriss Auchindoun und löste unzählige Seelen aus der vertrauten Ordnung der Totenstadt. Die Auchenai waren einst dafür ausgebildet gewesen, mit Verstorbenen zu sprechen und sie vor Schaden zu bewahren. Nach der Katastrophe fanden sie keine ruhigen Ahnen mehr vor, sondern Stimmen, die zwischen zerbrochenen Hallen und gewaltsamem Tod umherirrten.

Exarch Maladaar überlebte, verlor aber beinahe alles, was er geschützt hatte. Als Trauer und Pflicht in Wahnsinn übergingen, wandte er sich der Nekromantie zu. Shirrak entstand aus dieser Wendung. Das Konstrukt sollte die Seelen bewachen, doch seine bloße Gestalt verriet, dass Schutz nun nicht mehr an Frieden, Würde oder die Zustimmung der Toten gebunden war.

Augen, Zähne und Tentakel

Shirrak ähnelte einem Beobachter, war aber aus untoter Materie geformt. Viele Augen suchten jeden Winkel ab, Zähne drohten im Zentrum, Tentakel hielten den massigen Körper über dem Boden. In ihm wurde Maladaars Misstrauen körperlich. Kein Lebender sollte unbemerkt passieren, und nichts an diesem Wächter musste schlafen, zweifeln oder Mitleid empfinden.

Das Konstrukt wartete am Ende eines Weges, über den gequälte Geister zogen. Wer die Krypta durchquerte, musste an ihnen vorbei und danach Shirrak überwinden. Der Wächter schützte die Seelen nicht vor ihrer Qual; er verhinderte nur, dass jemand die Ordnung erreichte, in der Maladaar sie festhielt. Aus einer Grenze gegen Grabräuber wurde eine Grenze gegen mögliche Erlösung.

Shirrak sog arkane Energie auf und erschwerte Zaubern in seiner Nähe, während Feuerfelder und beißende Angriffe den Raum teilten. Je näher jemand kam, desto schwerer wurde es, einen klaren Zauber zu formen. Das Konstrukt ernährte sich damit gerade von jener Macht, die seine Gegner zur Hilfe brauchten, und verwandelte ihre Nähe in Schwäche.

Ein Wächter ohne Totenklage

Mit Shirrak fiel die erste große Schranke vor Maladaars Kammer. Kein Geist betrauerte das Konstrukt, denn es war nie Teil der Gemeinschaft gewesen, die es angeblich schützte. Sein Ende zeigte den Unterschied zwischen Bewahren und Einsperren: Ein echter Wächter dient dem, was hinter ihm liegt. Shirrak diente nur dem Willen seines Schöpfers.