Der Weg nach Zul'Farrak
Zul'Farrak war keine Ruine, in die zufällig Gegner einzogen, sondern die noch bewohnte Pyramidenstadt der Sandwüter. Ihre heiligen Wasser, Gräber und alten Opferstätten bewahrten Erinnerungen an eine Zeit, in der Trollreiche größere Teile von Kalimdor beherrschten. Unter Häuptling Ukorz Sandskalp wurde aus dieser Erinnerung ein gewaltsames Rückeroberungsversprechen. Tote dienten Hexendoktoren, Gefangene sollten geopfert werden, und im Herzen der Stadt schlief Gahz'rilla, eine Hydra, deren Hunger Religion und Politik zugleich zusammenhielt. In Zerillis erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Zerillis gehörte zu den Sandwütern, die nicht in einer festen Zeremonienkammer warteten. Er zeigte sich nur selten auf den Wegen der Stadt. Seine Beweglichkeit passte zu einem Jäger, der Zul'Farrak nicht als fremde Instanz, sondern als vertrautes Gelände kannte und zwischen Mauern, Sand und Grabstätten eigene Routen nutzte.
Seine Pfeile trugen Frostmagie und verlangsamten jeden, den sie trafen. In der Hitze von Tanaris war diese Kälte mehr als ein ungewöhnlicher Effekt. Sie nahm Gegnern genau jene Beweglichkeit, die sie in offenen Straßen zum Ausweichen gebraucht hätten. Ein Netz beendete die Flucht vollständig, während Zerillis aus sicherer Entfernung weiter schoss.
Keine überlieferte Rede
Über seinen Rang, seine Familie und sein Verhältnis zu Ukorz ist nichts Belastbares bewahrt. Er könnte Kundschafter, Jäger oder unabhängiger Krieger des Stammes gewesen sein. Die Quellen geben ihm keine Predigt über früheren Ruhm. Sein Widerstand zeigt nur, dass er Fremde in der Stadt als Beute oder Bedrohung behandelte.
Zerillis' Bedeutung liegt gerade in seiner unsteten Anwesenheit. Nicht jede Gruppe traf ihn, und nicht jeder Bericht über Zul'Farrak erwähnte denselben Jäger. Dadurch erinnert er an die lebendige Seite der Stadt. Ihre Bewohner standen nicht wie Statuen an unveränderlichen Punkten. Manche patrouillierten, verschwanden und wurden nur für jene zur Geschichte, deren Weg sich mit ihrem kreuzte.