Der Weg nach Hallen des Ursprungs
Unter Uldum lagen die Hallen des Ursprungs als Archiv, Werkstatt und äußerste Sicherung der Titanen. Ihre Neuordnungsanlage konnte Azeroth bis auf seine Grundelemente zerlegen und aus gereinigter Materie neues Leben formen. Als der Schattenhammer die Maschine bedrohte, standen ihre Wächter vor einem alten Widerspruch: Sie sollten die Welt schützen, besaßen aber genau dafür die Macht, alles Lebende auf ihr auszulöschen. In Setesh, Konstrukt der Zerstörung nahm ein eigener Teil dieses Angriffs Gestalt an.
Die Hallen sollten nicht nur bewahren und erschaffen. Sie mussten nach titanischer Auffassung auch vernichten können, was nicht mehr reparierbar erschien. Setesh erhielt diese Funktion. Das Konstrukt war kein Unfall im System, sondern die bewusste Anerkennung, dass Ordnung manchmal glaubte, nur durch vollständige Auslöschung wiederhergestellt werden zu können.
Ein notwendiges und gefährliches Werkzeug
Schon seine Erbauer wussten, wie verhängnisvoll Seteshs Verderbnis wäre. Ein Heiler kann im falschen Dienst Leben missbrauchen; ein Konstrukt der Zerstörung braucht kaum umgedeutet zu werden. Es genügt, sein Ziel zu verändern. Dann bleibt jedes Verfahren korrekt, während die Welt, die es schützen sollte, zum ausgewählten Fehler wird.
Setesh öffnete Tore, aus denen Wesen des Chaos hervortraten. Die Portale verbanden die geordnete Architektur der Titanen mit Kräften, die ihrer Form widersprachen. Gerade darin lag seine Macht. Die Hallen hatten das Chaos nicht ausgeschlossen; sie hatten einen kontrollierten Zugang geschaffen und geglaubt, die Richtung dieses Zugangs für immer bestimmen zu können.
Setesh bewegte sich unablässig durch die Kammer und ließ seine Diener den unmittelbaren Kampf führen. Wer nur ihm folgte, überließ den Portalen Zeit, immer neue Gegner zu gebären. Die Gruppe musste zwischen Quelle und Befehlshaber unterscheiden und entscheiden, wann die Verbindung zum Chaos wichtiger war als der Körper, der sie geöffnet hatte.
Samen des Chaos
Dunkle Geschosse und Chaosblitze legten gefährliche Bereiche in den Raum. Setesh säte keine Pflanzen wie Ammunae, sondern Möglichkeiten der Vernichtung. Jeder zurückgelassene Punkt konnte Bewegung einschränken und die nächste Welle vorbereiten. Zerstörung erschien nicht als einzelner großer Schlag, sondern als Landschaft, die sich langsam gegen alles Lebende ordnete.
Setesh zeigte, dass die Titanen selbst Kräfte einbauten, die sie als chaotisch betrachteten. Sie wollten sie nicht verstehen oder frei bestehen lassen, sondern in einen vorgesehenen Kanal zwingen. Das funktionierte, solange jedes Siegel hielt und jeder Befehl unverändert blieb. Die Geschichte Azeroths hatte jedoch längst bewiesen, wie selten solche Bedingungen ewig bestehen.
Das Portal schließt sich
Mit Seteshs Niederlage verstummte ein Teil der zerstörerischen Maschinerie. Die Gefahr einer vollständigen Verderbnis war für diesen Augenblick gebannt. Doch seine Existenz blieb eine Warnung: Eine Weltmaschine, die alles Böse entfernen soll, trägt bereits die Fähigkeit zum Weltende in sich, lange bevor ein Feind ihren Schalter berührt.