Ein Schnüffelsucher aus Loamm
Myrrit gehört zu den Niffen, einem kleinen, unterirdisch lebenden Volk in der Zaralekhöhle. Niffen orientieren sich stark über Gerüche und beschreiben Personen, Orte und selbst politische Probleme häufig durch deren Duft. Ihre Siedlung Loamm wurde zum ersten großen Kontaktpunkt, als Drachen und Abenteurer auf der Suche nach Aberrus in die Höhle gelangten.
Myrrit arbeitet als Schnüffelsucher. Mit besonderen Grabungskarten spürt er verborgene Höhlen auf, in denen Duftspuren, Rätsel und verschüttete Schätze warten. Er besteht darauf, solche Orte nicht allein zu erkunden. Das sogenannte Schnüffelsuchen ist deshalb kein einsamer Beruf, sondern eine Zusammenarbeit zwischen Myrrit und einem verlässlichen Grabungspartner.
Warum Myrrit nie allein gräbt
Als junger Niffen folgte Myrrit einmal ohne Begleitung einem unbekannten, verlockenden Geruch. Hinter einer Rätselvorrichtung fand er einen Schatz, doch der Mechanismus setzte sich zurück und ließ den Boden unter ihm einstürzen. Verletzt und allein glaubte er, in der Tiefe sterben zu müssen.
Effervesta war ihm heimlich gefolgt. Sie löste das Rätsel und rettete ihn. Aus Myrrits schlimmstem Tag wurde dadurch zugleich die Erinnerung an den Beginn ihrer gemeinsamen Abenteuer. Von da an erkundeten beide Höhlen als Grabungspartner und halfen einander, wenn Neugier oder Übermut sie in Gefahr brachten.
Effervesta kehrt mit neuen Pflichten zurück
Effervesta war nicht nur Myrrits engste Freundin, sondern die Tochter der Ältesten Honigpelz und damit eine Prinzessin von Loamm. Nach ihrer Entführung und Rettung beanspruchten die Bewohner immer mehr ihrer Zeit. Fragen, Entscheidungen und Bitten reihten sich vor ihr auf. Für gemeinsame Grabungen blieb kaum noch Raum.
Myrrit verstand, dass sie Verantwortung trug, fühlte sich aber trotzdem zurückgelassen. Er vermisste nicht bloß eine Freizeitbeschäftigung, sondern den Beweis, dass ihre gemeinsame Vergangenheit weiterhin etwas bedeutete. Zugleich begann er mit einem neuen Grabungspartner Abenteuer zu erleben und fürchtete, dadurch entweder Effervesta zu ersetzen oder selbst ersetzt worden zu sein.
Ein Treffen, das nicht stattfindet
Mit Hilfe seines neuen Begleiters plante Myrrit eine Grabung am alten geheimen Treffpunkt. Er besorgte Effervestas Lieblingssnack und wartete dort auf sie. Effervesta hatte zugesagt, wurde jedoch von ihren Aufgaben aufgehalten und vergaß die Verabredung. Myrrit versuchte, es nicht persönlich zu nehmen, konnte seine Enttäuschung aber nicht verbergen.
Statt die Freundschaft abzubrechen, suchte er einen Weg zum Gespräch. Effervesta wiederum erkannte, dass ihr voller Alltag die Bedürfnisse ihres Freundes unsichtbar gemacht hatte. Eine improvisierte Ablenkung verschaffte beiden schließlich die nötige Zeit. Das eigentliche Problem ließ sich nicht durch einen weiteren gemeinsamen Ausflug lösen, sondern nur durch ausgesprochene Erwartungen.
Freundschaft ohne unveränderten Alltag
Myrrit sagte Effervesta, dass er sie vermisse und Angst habe, ihre gemeinsamen Jahre bedeuteten ihr weniger als ihm. Sie erklärte, dass ihre Pflichten die Freundschaft nicht beendet hätten. Beide konnten weiterhin eng verbunden sein, auch wenn Effervesta nicht mehr jede Grabung begleiten konnte. Ein neuer Partner nahm ihren alten Abenteuern nichts weg.
Für Myrrit war das keine Rückkehr zum früheren Zustand. Danach besuchte er Effervesta, brachte ihr kleine Speisen und erzählte von seinen neuen Funden. Sie suchten andere Möglichkeiten, Zeit miteinander zu verbringen. Seine spätere Einsicht ist entsprechend vorsichtig: Es ist nicht mehr dasselbe, aber anders muss nicht schlechter bedeuten.
Eine kleine Geschichte in einer großen Höhle
Rund um Loamm kämpfen Drachen, Niffen und ihre Verbündeten gegen Djaradin, Primalisten und Neltharions Hinterlassenschaften. Myrrit hilft durch das Erschließen verborgener Wege und nahm später auch an der Versammlung bei Amirdrassil teil. Seine bekannteste Geschichte bleibt dennoch bewusst persönlich.
Gerade dadurch erweitert er den Blick auf die Zaralekhöhle. Ihre Bewohner sind nicht nur Helfer auf dem Weg nach Aberrus. Sie haben Kindheitserinnerungen, Berufe, Freundschaften und Veränderungen, die unabhängig von den Drachenschwärmen wichtig sind. Myrrit macht verständlich, dass Heimat nicht allein aus großen Schlachten besteht, sondern auch aus der Frage, wie Beziehungen weiterleben, wenn sich der Alltag verändert.