Ehre und StärkeBlackmoore
Der Garten des Maschinisten
Bosse

Der Garten des Maschinisten

Hochmaschinist Funkenstrom schuf einen metallenen Garten, der Schönheit, Erholung und Hinrichtung miteinander verband. Auf einen Schalterdruck wurden Hecken zu selbstschneidenden Sägewerken, unscheinbare Pflanzen zu Geschützen und verborgene Flammenwerfer zu einer tödlichen Widerlegung jedes friedlichen Eindrucks.

Der Weg nach Operation: Mechagon

Operation: Mechagon führte den Rostbolzenwiderstand aus den Schrotthalden der Insel bis in die verborgene Stadt. König Mechagon wollte mit dem Mechurheber den Fluch des Fleisches von ganz Azeroth tilgen und alles Leben zwangsweise mechanisieren. Zwischen Widerstand und Thronsaal lagen Troggs, Giftmüll, Banden, Unterdrückungsmaschinen und eine Stadt, in der selbst Garten und Wachhund Teil derselben vollkommenen Ordnung sein sollten. In Der Garten des Maschinisten nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Mechagon wollte organische Unordnung überwinden, doch selbst seine Bewohner suchten Ruhe, Farbe und die Form eines Gartens. Hochmaschinist Funkenstrom beantwortete diesen Wunsch mit Metall. Jede Pflanze ließ sich herstellen, jeder Wuchs planen und jede Hecke auf genau dieselbe Höhe bringen. Natur wurde nicht geduldet, sondern durch eine kontrollierbare Nachbildung ersetzt.

Funkenstroms Garten sollte schön sein, aber auch Eindringlinge töten. Zwischen diesen Zwecken lag kein Umbau, nur ein Befehl. Das Idyll war die Ruhephase einer Falle. Wer auf den Wegen stand, sah keine nachträglich versteckten Waffen; die ganze Anlage war von Anfang an so gebaut, dass ihre Ordnung jederzeit in Hinrichtung umschlagen konnte.

Die Hecke schneidet sich selbst und alles andere

Selbstschneidende Hecken bewegten Sägeblätter durch den Garten. Ihre Aufgabe klang nach Pflege, doch die Maschinen unterschieden nicht zwischen überstehendem Zweig und lebendem Körper. Funkenstrom hatte Gartenarbeit zur absoluten Regel gemacht. Alles, was außerhalb der vorgesehenen Linie stand, wurde gekürzt, unabhängig davon, ob es Blatt, Rüstung oder Knochen war.

Zwischen dekorativen Konstruktionen verbargen sich Pflanzen, die im richtigen Moment Geschosse ausspuckten. Ihr Vorteil lag im friedlichen Aussehen. Die Gefährten mussten den Garten neu lesen und erkennen, welche Form nur Schönheit nachahmte und welche bereits ein Ziel erfasst hatte. In Mechagons Ordnung war Unauffälligkeit keine Natürlichkeit, sondern eine weitere technische Tarnung.

Verborgene Geschütze entließen Feuerbahnen über die Anlage. Funkenstrom scherzte über Hitze, während vermeintlich sichere Wege verschwanden. Der Garten wurde zum Raster aus Säge, Projektil und Flamme. Keine Gefahr für sich erklärte den ganzen Kampf. Erst ihre Überschneidung zeigte die Absicht des Erbauers: Es sollte keinen Winkel geben, den ein Eindringling dauerhaft zu seinem eigenen machen konnte.

Der Schöpfer pflegt seine tödliche Ordnung

Funkenstrom stand nicht außerhalb seines Werks. Er lenkte, kommentierte und verteidigte den Garten mit dem Stolz eines Mannes, der Schönheit an Gehorsam maß. Dass seine Pflanzen töteten, war für ihn kein Widerspruch. Ein vollkommen gepflegter Garten durfte alles entfernen, was nicht in die Anlage gehörte. Der Eindringling war aus seiner Sicht nur besonders hartnäckiges Unkraut.

Als Funkenstrom fiel und die Maschinen verstummten, lag der Weg zum König offen. Der Garten hatte im Kleinen gezeigt, was Mechagon für ganz Azeroth plante: vorhandenes Leben durch kontrollierte Nachbildung ersetzen und jede Abweichung wegschneiden. Im Thronsaal stand der Mechurheber bereit, um diese Vorstellung nicht nur auf einen Weg oder eine Hecke, sondern auf die gesamte Welt anzuwenden.