Der Weg nach Himmelsnadel
Hoch über den Spitzen von Arak erhob sich die Himmelsnadel als Sitz der sonnengläubigen Hocharakkoa. Apexiswissen, Solarenergie und religiöser Herrschaftsanspruch verbanden sich dort zu einer Macht, die nicht länger nur über die verstoßenen Arakkoa gebieten wollte. Mit einer neuen Kristallwaffe sollte das Licht Rukhmars auf jedes Ziel Draenors gebündelt werden, bis aus einem heiligen Symbol das Werkzeug eines Reiches entstand. In Araknath nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Hocharakkoa beobachteten die Städte und Tempel der Draenei genau. Besonders die gepanzerten Wachsamen weckten ihr Interesse. In diesen Konstrukten dienten große Krieger über den Tod hinaus dem Schutz ihres Volkes. Die Arakkoa sahen die Stärke des Entwurfs, aber nicht zuerst das freiwillige Opfer dahinter. Sie wollten eine Maschine, die dieselbe Macht ohne eigenen Anspruch auf Zustimmung besaß.
Eine überlegene Kopie
Araknath sollte nicht bloß Nachahmung sein. Seine Schöpfer erklärten ihn zur verbesserten Variante, gespeist von der Sonne und vollständig gehorsam. Wo ein draeneischer Wachsamer Erinnerung und Pflicht trug, sollte Araknath reine Funktion verkörpern. Die Hocharakkoa hielten das Fehlen eines eigenen Willens für Vollkommenheit, weil kein innerer Gedanke den Befehl eines Weisen verzögern konnte.
Der Konstruktkörper stand im Zentrum eines gewaltigen Solariums. Lichtstrahlen wurden von Prototypen gebündelt und auf ihn gerichtet. Araknath trug seine Energiequelle nicht vollständig in sich; der ganze Raum war sein Herz. Solange die Strahlen ihn erreichten, konnte er Verwundungen beinahe augenblicklich ausgleichen.
Körper zwischen Licht und Maschine
Um die Heilung zu verhindern, mussten Menschen sich in die Strahlen stellen. Das Licht verbrannte sie, doch jeder abgefangene Strahl nahm Araknath seine Erneuerung. Die Verteidiger wurden damit selbst Teil der Maschine. Ihre Körper unterbrachen einen Energiekreislauf, dessen Erbauer nie vorgesehen hatten, dass jemand freiwillig Schmerz auf sich nehmen würde, um die Funktion des Konstrukts zu stören.
Araknath schlug mit schweren Armen zu und ließ Solarenergie in immer stärkeren Stößen durch die Kammer brechen. Jede Entladung machte die nächste gefährlicher. Die Maschine kannte keine Ermüdung und keine Furcht, aber auch kein Urteil darüber, wann genug Zerstörung erreicht war. Sie führte ihre Programmierung fort, bis der Körper selbst nicht mehr antwortete.
Gehorsam schützt nicht vor dem Ende
Araknath wurde zerstört, obwohl er keinen Befehl verweigert und keine Sekunde gezögert hatte. Seine Niederlage zeigte die Grenze jener Vollkommenheit, die Viryx gesucht hatte. Unbedingter Gehorsam verhindert Verrat, aber auch Anpassung, Mitgefühl und die Fähigkeit, den Sinn einer Aufgabe neu zu prüfen. Im stillen Solarium blieb eine überlegene Maschine zurück, die ihren einzigen Zweck nicht erfüllt hatte.