Geboren im hellsten Kern
Ziekket kam nicht zufällig mit der Lichtblüte in Berührung. Das Wesen entstand an ihrem Epizentrum und wurde von lichtbefallenen Rutaani bewusst ausgebrütet. Von seinem ersten Augenblick an war sein Körper auf eine einzige Aufgabe ausgerichtet: Wachstum hervorzurufen, zu beschleunigen und gegen jeden Widerstand zu sichern.
Andere Diener konnten zweifeln, eigene Wünsche bewahren oder sich an ein früheres Leben erinnern. Ziekket war näher am Zweck der Lichtblüte. Wo es sich bewegte, erwachten Schösslinge, Wimpern brachen aus dem Boden und ruhende Keime wurden zu angreifenden Pflanzen. Das Wesen trug den Garten wie einen zweiten Leib mit sich.
Ziekket bündelte die fremde Energie zu einem Strahl, der Pflanzen und Tiere gleichermaßen auslöschte, wenn sie nicht in die neue Ordnung passten. Aus den zerstörten Schösslingen trat Lichtsap hervor, eine Essenz, die zugleich verletzte und stärkte. Selbst Widerstand drohte damit, Teil des Kreislaufs zu werden, den Ziekket nährte.
Das Ende des Tals
Wäre Ziekket aus dem blendenden Tal hervorgebrochen, hätte die Lichtblüte keinen festen Garten mehr gebraucht. Ihre Ausbreitung hätte einen beweglichen Ursprung erhalten, der überall neue Keime wecken konnte. Harandars Vielfalt wäre nicht in einer einzigen Schlacht gefallen, sondern Stück für Stück von einer Schönheit ersetzt worden, die nichts neben sich bestehen ließ.
Mit Ziekkets Niederlage brach die stärkste Triebkraft des Tals. Die Lichtblüte blieb eine Macht, und ihre Spuren ließen sich nicht mit einem Schlag aus jeder Wurzel ziehen. Doch ihre geplante, unaufhaltsame Expansion verlor das Wesen, das dafür geboren worden war. Harandar gewann Zeit, das eigene Gleichgewicht gegen den fremden Glanz zu verteidigen.