Ein Dieb vor dem Bau des Loas
Während die Amani versuchten, ihre zerrissene Beziehung zu Nalorakk zu heilen, fraß sich eine viel unmittelbarere Not durch ihre Siedlungen. Der Hortraffer stahl Nahrung, Werkzeuge und Vorräte von den umliegenden Stämmen. Was für ihn zu einem wachsenden Berg des Besitzes wurde, fehlte Familien, Jägern und jenen, die eine lange Reise zum Loa auf sich nahmen.
Der Hortraffer hortete nicht, weil er selbst kurz vor dem Verhungern stand. Seine Gier kannte kein Maß, an dem genug erreicht gewesen wäre. Jeder neue Vorrat machte den nächsten Diebstahl nur wichtiger, denn Besitz erzeugte in ihm nicht Sicherheit, sondern die Furcht, etwas davon verlieren zu können.
Nalorakks erste Prüfung
Der Bärenloa machte den Räuber zur ersten Prüfung derer, die seinen Bau betraten. Das war keine zufällige Hürde. Wer den Segen eines Loas des Krieges suchte, sollte Stärke nicht mit prahlerischem Kampf verwechseln. Zuerst musste eine Bedrohung beseitigt werden, deren Opfer nicht auf dem Schlachtfeld, sondern an leeren Feuerstellen litten.
Im Kampf griff der Hortraffer immer wieder nach seinen Haufen und machte aus ihnen neue Waffen. Verdorbene Nahrung ließ giftige Pilze wachsen, Knochen wurden zu Stacheln und jeder Brüller verteidigte den Besitzanspruch. Die gestohlenen Vorräte waren längst nicht mehr zum Leben bestimmt. Unter seiner Hand wurden sie Teil einer Festung aus Fäulnis.
Was nach seinem Fall zurückkehrt
Mit dem Tod des Hortraffers konnten die Vorräte den Stämmen zurückgegeben werden. Nalorakks Prüfung war damit bestanden, weil Macht einem gemeinschaftlichen Zweck gedient hatte. Der Weg führte weiter in den Winter, doch hinter den Reisenden blieb erstmals etwas, das nicht nur ein besiegter Feind war: die Aussicht auf gefüllte Lager und überstandenen Hunger.